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| Städtetouren - Halberstadt |
An
einem einzigen Tag ist das „Rothenburg des Nordens“ fast am Schluss des 2.
Weltkriegs zu 80 % zerstört worden. Kommt es von da, dass die Stadt
unaufhörlich zu Aggressionen inspiriert?
Die Verfolgung des Anderen, Fremden, Bunten zieht eine Brand- und Blutspur durch das Städtchen am Rande des Harzes. Der Ausgang des Prozesses in Magdeburg bzgl. der zusammengeschlagenen Schauspieltruppe vom Juni 2007 ist kein Ruhmesblatt der sachsen-anhaltinischen Justizgeschichte: die gähnenden und kichernden Jüngelchen auf der Anklagebank kommen bis auf einen Geständigen ungeschoren davon, die Tat wird also grosso modo ungesühnt bleiben. Bemerkenswert nur der Kommentar des Richters zu den drei Freisprüchen: sie seien nicht erster Klasse. Da irren Sie, es gibt keine Freisprüche zweiter Klasse, sondern nur Freisprüche, das wäre schlimm, wenn an einem solchen was kleben bliebe! Es gibt auch Positives über die Bischofsstadt zu berichten. Der Domschatz wird jetzt ausgestellt. Er birgt Schätze singulärer Bedeutung. Bischof Konrad brachte zum Beispiel vom 4. Kreuzzug Kostbarkeiten aus Konstantinopel mit, was damals, im Jahre 1205, unplanmäßig geplündert worden war: eine islamische Schmuckdose aus Elfenbein ist dabei. Neben der Besichtigung der neuen Ausstellung gibt es an unserem Halberstadttag noch den Klangwechsel in der Burchardikirche mitzuerleben. In dieser Klosterkirche wird seit der Jahrtausendwende ein Stück von John Cage aufgeführt: Für „As slow as possible“ ist extra eine Orgel gebaut worden und das Musikstück wird bis ins 27. Jahrhundert gespielt werden, bevor es seinem komponierten Ende entgegengeht: eben so langsam wie möglich. Nur ein- bis zweimal im Jahr höchstens kommt es zum Austausch von Orgelpfeifen und wir werden mir nichts dir nichts live dabei sein. Treff: Ostbhf. Berlin ohne Räder!
Mobil (01 52) 08 28 86 98 |
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